kein «Analoges Fadennetz»

Für einmal war die Staablueme schon lange vor der Durchführung ihrer Kulturwoche in aller Munde. Denn die Staablueme hatte ein besonderes Kunstprojekt angezettelt. Zusammen mit den Ostschweizer Konzeptkünstlern Frank und Patrik Riklin sollte – unter dem Patronat der Stadt – auf dem ganzen Gemeindegebiet ein analoges Fadennetz gesponnen werden.

Fadenspule

Die exklusive «partizipative Vernetzungsskulptur » sollte in Komplizenschaft mit dem Altstätter Kulturverein Staablueme umgesetzt werden und hätte aus gesammelten Schnurfäden bestanden, die alle Haushalte durch Gärten, über Strassen und Felder wortwörtlich analog hätten verbinden sollen. Die Fadenjagd war bereits gestartet worden, doch an der Budgetversammlung im letzten November wandte sich ein Bürger gegen den entsprechenden Budgetposten. Die Gegnerschaft des Projekts gewann die Abstimmung mit 82 Nein- gegenüber 72 Ja-Stimmen.

Die Staablueme akzeptierte trotz Bedauerns den Entscheid ohne Wenn und Aber und verzichtete darauf, dasProjekt auf anderem Weg doch noch durchzusetzen. Folgerichtig wurde zudem davon abgesehen, auf das Projekt im Rahmen der Kulturwoche Ende August nochmals einzugehen. Das bedeutet, dass die Kulturwoche diesmal – ebenso folgerichtig – ohne ein Kunstprojekt durchgeführt wird.

Das analoge Fadennetz als künstlerischer Kontrapunkt zur fortschreitenden Digitalisierung hätte die auf Stadtgebiet lebenden Menschen einander nähergebracht, auf originelle Weise und mit besonderen Anlässen (auch in den Quartieren), wäre also eine grossangelegte Vernetzung gewesen und hätte in der Vorstellung der Staablueme nachhaltige Wirkung entfalten können.

Den Befürworterinnen und Befürwortern des Projekts mag es ein Trost sein, dass die Staablueme die Menschen auch ohne Kunstprojekt zusammenführt. Dies geschieht einmal mehr dank eines vielseitigen Programms mit viel Musik, Clownerie, Zauberei, Tanz und anderen Darbietungsarten.

In bester Erinnerung bleibt den OK-Mitgliedern Weitsicht und Mut der kommunalen Regierung: Altstättens Stadtrat hatte das Potenzial des besonderen Kunstprojekts und die mit ihm verbundene Chance zu überregionaler Ausstrahlung und (anhaltender) medialer Aufmerksamkeit erkannt und stand daher geschlossen hinter dem «Fädelisierungsprojekt ». Die Staablueme bedankt sich dafür!

www.analogesfadennetz.ch

Montag, 02. November 2020